RaumPlanung 148 - Februar 2010

Stefan Hochstadt
Öffentlichkeit und Privatheit: Wem gehört die Stadt?
Die freie Zugänglichkeit des öffentlichen Raums in der Stadt ist eine besondere Qualität, wird aber kaum noch wahrgenommen und zunehmend eingeschränkt. Private Einkaufspassagen simulieren Öffentlichkeit, obwohl Hausrecht gilt und nach Belieben angewandt wird. Verantwortungsvolle Stadtplanung sollte sich im Interesse des Gemeinwohls die Frage „Wem gehört die Stadt?" vergegenwärtigen.

Petra Potz, Reinhard Thies
Zivilgesellschaftliche Netzwerke in der Sozialen Stadt stärken!
Gemeinwesenarbeit in der integrierten Stadtentwicklung

Sozial benachteiligte Stadtteile bedürfen einer kontinuierlichen Unterstützung, um ihre Teilhabe an gesellschaftlicher Entwicklung  sichern und ausbauen  zu können. Zivilgesellschaftlichen Netzwerken auf Quartiersebene kommt hierbei eine Schlüsselfunktion zu. Die Handlungsfelder der Sozialen Stadt sind zunehmend sozial-integrativer Art und Disziplinen übergreifend zu bearbeiten. 

Frank Pfüger, Andreas Dieckmann, Tina Hörmann, Thomas Stachelhaus
Die Entwicklung der Internet-Plattform „Q+“
Zum Potenzial Neuer Technologien für eine Förderung familien- und altengerechter Stadtquartiere

So genannte „Quartiersplattformen“ sind Internetseiten, die stadtteilbezogene Informationen und diverse Kommunikationselemente bieten. Betreiber sind z. B. Stadtteilinitiativen, städtische Dienststellen oder auch Wohnungsunternehmen. Ziel ist der Aufbau neuer Kommunikationsstrukturen  für die Stadtteilentwicklung. Das Modellvorhaben „Q+“ wird derzeit in 17 deutschen Kommunen erprobt.

Olaf Kühne
Postsozialistische Agglomerationen zwischen Moderne und Postmoderne
Entwicklungen und Aspekte der räumlichen Planung in Polen

Ein weitgehender, radikalliberaler Verzicht auf räumliche Planung führt in Polen dazu, dass die Agglomerationen  zu einem postmodernen Patchwork werden: fragmentierte Räume ohne verbindende Struktur, Gestaltung und Funktion. Die stärkere Beteiligung eines politisch interessierten Bürgertums an Planungsprozessen könnte als gesellschaftliches Korrektiv wirken.

Peter Rogge, Andreas Borchardt, Rebecca Sulke, Andreas Voge
Regionaler Flächennutzungsplan für die Kernzone des Ruhrgebietes
Herausforderungen auf dem Weg zum ersten RFNP in Deutschland

Sechs kreisfreie Städte im Ruhrgebiet haben gemeinsam einen Regionalen Flächennutzungsplan erarbeitet und 2009 verabschiedet. Weil die Beteiligten in vielerlei Hinsicht Neuland betreten mussten, war der Planungsprozess in rechtlicher, politischer, inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht zwangsläufg experimentell. Als Regionalplan ist der RFNP nur mit Auflagen rechtsgültig geworden, weil das neue Landesplanungsgesetz ihn als Instrument der Regionalplanung nicht mehr vorsieht.

Markus Bradtke, Jochen Kral
Der Flächennutzungsplan als strategisches Instrument
Potenziale des „FNP 2020“ der Stadt Witten für die Stadtentwicklungsplanung

Als  zentrale strategische Instrumente der Stadtentwicklungsplanung finden „schwerfällige“ Flächennutzungspläne wieder mehr Anerkennung, nachdem die Grenzen „agilerer“ Instrumente informeller und projektbezogener Planung deutlich geworden sind. In Witten werden mit „Unser Witten 2020“ in einem Dialogprozess mehrere Pläne aufeinander abgestimmt: FNP, Leitbild, Masterpläne und Stadtteilentwicklungspläne.

Claas Beckord, Tana Petzinger
Masterpläne: Ausdruck eines veränderten Planungsverständnisses
Eine Bestandsaufnahme am Beispiel des Ruhrgebietes

Masterpläne formulieren Entwicklungsziele, die  im Rahmen eines kooperativ-kommunikativen Prozesses unter den Akteuren der  Stadt- und Regionalentwicklung abgestimmt werden. Angesichts  komplexer Planungsbedingungen im Ruhrgebiet sind sie dort besonders wichtig. Der Beitrag stellt mehrere Masterpläne kurz vor und geht ausführlicher auf den Plan zur Raum- und Siedlungsstruktur ein.

Christian Diller
Zur Praxisrelevanz von Methoden in Studiengängen der Raumplanung
Ergebnisse einer Internetrecherche u. einer bundesweiten Befragung in Planungsinstitutionen

Das Methodenwissen bzw. die spätere praktische Relevanz dessen, was in  raumplanerischen Studiengängen hierzu vermittelt wurde, ist Thema einer bundesweiten Befragung unter Planerinnen und Planern gewesen. 19 verschiedene Methoden wurden hinsichtlich Bekanntheit, Anwendung und Relevanz abgefragt, sowie z. B. danach, woher das Wissen um diese Methoden stammte.

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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, den 31.August 2010, 13:09:22 Uhr