RaumPlanung 147 - Dezember 2009

Robert Kaltenbrunner
Neue Urbanität?
Entwicklungstendenzen und Perspektiven des städtischen Raums
Städte entwickeln sich – und unterliegen dabei einem vielschichtigen, ob seiner Komplexität nur bedingt steuerbaren Veränderungsprozess. Die Planer/innen als Akteure versuchen mit immer neuen Ideen und Leitbildern, den Entwicklungen und Trends gerecht zu werden, denn das gibt ihnen Orientierung. Sie laufen dabei Gefahr, über alle programmatischen Neuanfänge und gegensätzlichen Entwicklungslinien die Potenziale tatsächlicher Kontinuität von Planung und Stadtentwicklung aus dem Auge zu verlieren.
Martin Linne, Stefan Thiel, Dirk Wlocka
Zur Ökonomie von Flächenrevitalisierungen
Eine Untersuchung zu einem Projekt der Innenentwicklung in Duisburg
Die Revitalisierung von Konversionsflächen im Stadtgebiet ist zweifellos ein positiver Beitrag im Sinne der nachhaltigen Planungsziele „Flächensparen“ bzw. „Innenentwicklung“. Haushaltstechnisch jedoch fällt es insbesondere hoch verschuldeten Kommunen nicht so leicht, auf derartigen Flächen Projektentwicklungen zu starten, weil die Rentabilität nicht geklärt ist. Ein Ansatz zur Durchführung kommunaler Wirtschaftlichkeitsberechnungen wird anhand eines Vorhabens in Duisburg-Wedau vorgestellt.
Marc Wolfram
Planung ohne Steuerung?
Zur Qualität und Orientierung kommunaler Verkehrsentwicklungspläne in Deutschland
Bisherige, überwiegend kommunal ausgerichtete Verkehrsentwicklungspläne werden den stadtregionalen Verflechtungen nicht gerecht. Aber auch die Beteiligungsverfahren, das Monitoring und die Evaluation von Maßnahmen der Stadtverkehrsplanung sind vielerorts unzureichend entwickelt. Befragungsergebnisse aus nahezu allen deutschen Großstädten zeigen den dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Planungspraxis im Bereich der Verkehrsentwicklungsplanung.
Kerstin Gothe
Qualifzierung von Wissensquartieren
Wünsche von Studierenden an ihr Studienumfeld
Universitäten müssen ein starkes Interesse daran haben, ihre diversen Einrichtungen funktionsgerecht im Raum – in mitunter riesigen Wissensquartieren – zu vernetzen. Dabei sind sie gut beraten, die Wünsche der Studierenden an ihre Lernorte zu kennen und zu berücksichtigen. Eine Befragung am Campus der TU Karlsruhe gibt Aufschluss darüber, wie derartige Quartiere organisiert sein sollten, damit sie den Anforderungen des studentischen Alltags gerecht werden – in Arbeits- wie in Freizeitzusammenhängen.
Perspektiven der Hamburger Stadtentwicklung
Interview mit Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor von Hamburg
Die Freie und Hansestadt Hamburg bietet exklusive Entfaltungsmöglichkeiten für die Stadtentwicklungspolitik: Der prosperierende Wirtschafts- und Kulturstandort lässt mehr Gestaltungsspielraum für aktive Planung, die flachen Hierarchien des Stadtstaats erleichtern deren Umsetzung. Bei der Anpassung an ein langsameres Entwicklungstempo, bei Problemen mit Hafen, City und Umwelt sowie mit sozialen Verwerfungen zeigen sich aber auch Komplexität und Ambivalenzen der Stadtentwicklungspolitik für eine Metropole.
Till Jenssen
Klimaschutz durch städtebauliche Dichte!
Möglichkeiten und Grenzen der räumlichen Steuerung von Treibhausgas-Emissionen
Die Klimabilanz von Einzelgebäuden mag relativ leicht einen Vergleich nach Typen und Alter zulassen. Der Beitrag betrachtet hingegen das Problem, Aussagen darüber machen zu können, welche Siedlungsstrukturen die geringsten CO2 -Emissionen verursachen. Angesichts alternativer Formen der Wärme- und Stromversorgung und verschiedenster Zieldimensionen nachhaltigen Städtebaus helfen solche Bilanzen dabei, quasi optimale Siedlungsdichten zu bestimmen. Dennoch bleibt die Aufgabe, einen Ausgleich zwischen Zielen des Klimaschutzes und der städtebaulichen Qualität zu finden.
Andrea Contursi
Peter Friedrichs Verkehrskonzept für Berlin 1946
Das „Ordnungsprinzip“ zur Optimierung städtischer Verkehrsnetze im Berliner „Kollektivplan“
In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde mit dem Berliner „Kollektivplan“ der Versuch unternommen, beim Wiederaufbau der Stadt ein neues Ordnungsprinzip der Raumnutzung walten zu lassen. Zonen des Wohnens und Arbeitens sollten zwar nach Funktionen getrennt, aber doch in direkter Nachbarschaft zueinander liegen, um die Verkehrsbeziehungen zu minimieren. Der Beitrag verdeutlicht den hohen Stellenwert idealtypischer Planungstheorien und -konzepte in jener Zeit.
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