Raumplanung 142 - Februar 2009

Patricia Jacob, Jörg Knieling
Monitoring des Siedlungsbestands
Ein Instrument zu präventiver Quartiersentwicklung und nachhaltigem Flächenmanagement
Wenn sich Kommunen und Wohnungsunternehmen per Monitoring informieren, wie intakt die baulich-technischen und demografischen Strukturen in den Quartieren sind, können sie bei Bedarf gezielt investieren und damit z. B. Abwanderungen in Neubaugebiete verhindern. Ein Nutzungszyklus-Management und eine präventive Bestandsqualifzierung unterstützen damit auch eine nachhaltige Flächenpolitik.
Stephanie Bock
Projektübergreifende Begleitung des BMBF-Förderschwerpunkts ,REFINA‘
Gemeinsame Wege von Forschung und Kommunalpraxis zu nachhaltigem Flächenmanagement
In bundesweit über 100 Projekten des Förderprogramms „REFINA“ werden derzeit modellhafte Lösungen und Strategien für ein nachhaltiges Flächenmanagement entwickelt. Im Mittelpunkt des Beitrags steht eine zentrale Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung: die Kommunikationsförderung – hinsichtlich der Problemwahrnehmung an sich sowie zwischen den beteiligten Akteuren eines Projekts.
Jana Bovet
Rechtliche Steuerungsoptionen des Siedlungsfächenverbrauchs
Eine vergleichende Untersuchung zur regionalplanerischen Praxis
Die Möglichkeiten der Raumordnung, die unverändert hohe Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke deutlich zu verringern, hängen entscheidend von den Instrumentensets der Landesplanung ab. Im Rahmen eines REFINA-Projekts zeigte eine Untersuchung in vier Modellregionen bemerkenswerte Unterschiede bei der Verfolgung nahezu gleicher Entwicklungsziele.
Peter Jakubowski
Potenziale der JESSICA-Initiative für deutsche Stadtentwicklungsfonds
Neue Finanzierungsinstrumente für eine nachhaltige Stadtentwicklung
Um für renditeschwache Investitionen in eine nachhaltige Stadtentwicklung auch privates Kapital zu gewinnen, kann das Risiken mindernde öffentlich-private Fonds-Modell vorteilhaft sein. Mit JESSICA strebt die EU-Kommission die Einrichtung spezieller Stadtentwicklungsfonds an, bei denen die öffentlichen Mittel als Darlehen gegeben und somit immer wieder neu (revolvierend) eingesetzt werden können.
Frank Heinze
Lösungsansätze für das Kollektivgut-Problem in Innenstädten
Eine Bewertung aktueller Instrumente der kooperativen Stadtentwicklung
Sollen sich private Akteure für „ihre“ Innenstadt engagieren, sind Kooperationen in Projekten wichtig. Weil das Produkt individuellen Zeit- und Mittel-Einsatzes aber kollektiv genutzt werden kann, schwindet die persönliche Mitwirkungsbereitschaft („Rationalitätenfalle“). Der Beitrag stellt privat und hoheitlich getragene Ansätze und Instrumente vor, das Kollektivgut-Problem über Anreize und Zwangsmittel zu lösen.
Franziska Lehmann
Vom befristeten Förderprogramm zum verstetigten Regelbedarf
Kriterien und „richtiger“ Zeitpunkt für eine Umstellung quartiersbezogener Förderung
Das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ befindet sich bis Ende 2010 in einer Auslaufphase. Die gesetzlich vorgeschriebene Befristung aller Förderprogramme stellt die Kommunen vor die Aufgabe, rechtzeitig Kriterien für eine Verstetigung der erzielten Erfolge zu ermitteln. Sie müssen fnanziell und organisatorisch – Einzelfall bezogen – über kommunale Regelungen für den Erhalt aufgebauter Strukturen sorgen.
Markus Ebert, Andreas Thaler
EU-Strategien im Dilemma von Zusammenhalt und Wettbewerb
Über das Verständnis von Kohäsion im Kontext der EU-Regionalpolitik
Die EU-Kommission steckt mit ihrer Regionalpolitik in einem Dilemma. Über die Strukturfonds der Regionalförderung betreibt sie eine räumliche Ausgleichspolitik und unterstützt die schwachen Regionen. Über die wettbewerbsorientierte „Lissabon-Strategie“ werden hingegen starke Metropolregionen als „Motoren der Entwicklung“ gefördert. Die territoriale Kohäsion scheint zwischen Nationalstaaten weiter voran zu kommen, während regionale Disparitäten innerhalb von Staaten wachsen.
Der Masterplan Innenstadt Köln
Interview zu diesem städtebaulichen Leitbild mit Bernd Streitberger, Baudezernent von Köln
Köln kommt auf ungewöhnliche Weise zu einem städtebaulichen Leitbild für seine Innenstadt. Auf Initiative und mit Mitteln der privaten Wirtschaft erarbeitete ein externes Planungsbüro einen „Masterplan Innenstadt“, der zur weiteren Nutzung an die Stadt übergeben wurde. Der Kölner Baudezernent beantwortet Fragen zur Entstehung und zur Perspektive eines üblicherweise in öffentlicher Regie erstellten Plans.
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