RaumPlanung 144/145 - Juni/August 2009

Martin Wickel
Potenziale der Raumordnung zur Steuerung regenerativer Energien
Im Energiebereich fehlt bislang ein eigenes fachplanerisches Instrumentarium. Die Raumordnung kann zur Steuerung des Einsatzes regenerativer Energien diesen Mangel jedoch nur bedingt ausgleichen, weil sie z. B. zu einer neutralen Position gegenüber allen Planungsinteressen verpfichtet ist und zudem nur
für den öffentlichen Sektor Bindungswirkung entfaltet.
Sarah Schreiner
Nicht-institutionalisierte Kultur und ihr Verhältnis zur Stadtplanung
Qualifzierung planerischer Raumproduktion für städtische Transformationsprozesse
Kultur ist heute als wichtiger wirtschaftlicher Faktor in Kommunen anerkannt – vor allem in den so genannten Metropolen. Kulturelle Kreativität kann aber, soweit sie sich in nicht-institutionalisierter Form entwickelt, durch Stadtplanung nicht räumlich gesteuert werden. Diese kann durch ein Offenhalten von Optionen allenfalls die lokalen Bedingungen zur Entfaltung von Kreativität unterstützen.
Andreas Raab, Alain Thierstein
Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit – nur Theorie?
Zu realen Perspektiven einer verbesserten ökonomischen Tragfähigkeit in ländlichen Regionen
Die Regionalpolitik zur Entwicklung ländlicher Räume muss differenzierter agieren als bisher. Zur Unterstützung endogener regionaler Wertschöpfungsketten verspricht eine Orientierung von Fördermaßnahmen an funktionsräumlichen Strukturen mehr Erfolg als die traditionelle, an Wirtschaftsdaten ganzer Verwaltungseinheiten bzw. einzelner Wirtschaftssektoren ausgerichtete Förderung.
Bernd Wuschansky
Neue Nutzungen auf militärischen Konversionsfächen
Ein Blick auf erfolgreich abgeschlossene Projekte in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen gab es vor zwanzig Jahren noch eine Fülle von militärisch genutzten Objekten und Flächen. Eine 2008 durchgeführte Erhebung zeigt, dass der 1990 einsetzende Konversionsprozess bisher sehr erfolgreich verlaufen und für die meisten der 350 Projekte beendet ist. Der Weg zur zivilen Nachnutzung war immer auch eine planerische Herausforderung.
Frank Buchholz, Robert Riechel
Wettbewerbe als Instrument zur regionalen Akteursmobilisierung
Erfahrungen in Südhessen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels
Wettbewerbe wirken stimulierend, schärfen bei den Teilnehmenden das Problembewusstsein für die Aufgabenstellung und fördern ein gemeinsames Handeln. Im Rahmen des Forschungsprojekts „KLARA Net“ wurde ein regionaler Wettbewerb durchgeführt und ausgewertet, was die Bewerbungen gefördert bzw. behindert hat. Thematisch ging es um einen Pilotraum, in dem ein Handlungskonzept zur Anpassung an den Klimawandel erarbeitet werden soll.
Raimund Krumm
Ökonomie des Flächenschutzes bei Regionalen Gewerbefächenpools
Bei der regionalen Steuerung interkommunaler Gewerbegebiete geht es auch um eine Minimierung des Zugriffs auf Freifächen im Außenbereich. Ausgleichszahlungen ermöglichen, dass Kommunen auch teure Grundstücke im Innenbereich in den Pool einbringen. Staatliche Zuschüsse wiederum können helfen, z. B. auch belastete Konversionsfächen marktfähig und damit pooltauglich zu machen.
Lutz Kaiser
Zehn Jahre Bund-Länder-Programm ‚Soziale Stadt‘
Wirkungen und Perspektiven eines sozial-integrativen Ansatzes der Stadtentwicklung
Das städtebauliche Förderprogramm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf – Soziale Stadt“ befindet sich in einer Umbruchphase. Die Befristung der Bundesförderung wirft die Frage auf, wie eine
soziale Stadtpolitik ohne diese Mittel dort agieren soll, wo eine dauerhafte Unterstützung erforderlich ist, um der Verfestigung diskriminierender Lebensbedingungen entgegenzuwirken.
Claas Beckord
Renaissance der (Innen-)Stadt
Mediales Phänomen oder realistische Zukunftsperspektive für die Kernstädte im Ruhrgebiet?
Der Beitrag geht kritisch auf die Euphorie ein, mit der die Kommunalpolitik in den Kernstädten des Ruhrgebiets die Reurbanisierung und die Renaissance der Innenstädte feiert. Eine differenzierte Betrachtung der demografischen Entwicklung und der Wanderungsbewegungen zeigt, dass es teilräumlich große Unterschiede gibt, auch wenn generell eine Abschwächung der Abwanderung ins Umland zu beobachten ist.
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