Fachzeitschrift

RaumPlanung 167 /
2-
2013 März/April 2013

Das Inhaltsverzeichnis und Facheditorial finden Sie [hier]

Jahrestagung

Kosten des Wohnens

IfR / SRL - Jahrestagung am 17. und 18. Oktober 2013

weitere Informationen [hier]

 

Veranstaltungen

27. Mai 2013, 19-21 Uhr, Dortmund, Forum Stadtbaukultur, Kunst im öffentlichen Raum Informationen [hier]

8., 15. und 22. Mai 2013, Essen, Die Stadt 2030 Informationen [hier]

14. Mai 2013, Dortmund, Städtebauliches Kolloquium: Viel erreicht – wenig gewonnen: ein realistischer Blick auf das Ruhrgebiet Informationen [hier]

IfR Intern

Am 25. Mai 2013 findet die nächste Mitgliederversammlung des IfR im A & O Hotel, Raum Westfalen, Königswall 2 in Dortmund statt.

Der Mitgliederservice ist hier verfügbar

Öffnet externen Link in neuem Fenster

Infos zum Städtebaulichen Referendariat [Stand: 2/2013]

Stellenangebote [Stand: 07.03.2013]

Das Protokoll sowie weitere Dokumente über die MV am 16.06.2012 stehen ebenfalls im Mitgliederservice als Download zur Verfügung.

IfR bei XING

Öffnet externen Link in neuem FensterDie IfR-Gruppe bei XING ist für alle IfR- und SRL-Mitglieder zugänglich. Die Gruppe hat derzeit ca. 137 Mitglieder [Stand: 12/2012].

 


IfR-Jahrestagung 2008
"Alternative Energien in der kommunalen Praxis"



Das in diesem Jahr auf breiter Ebene „angekommene“ Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Energieversorgung verbessert die Umsetzungschancen neuer, ganzheitlicher Konzepte einer alternativen Energiewirtschaft. Es geht nicht mehr „nur“ um die ökologischen Vorzüge einer nicht auf fossilen Rohstoffen basierenden Stromwirtschaft, auch ökonomisch und sozial betrachtet ist die Überwindung bisheriger, nicht-nachhaltiger  Strukturen von existenzieller Bedeutung. Angesichts des einsetzenden Klimawandels geht es jedoch nicht nur darum, die „richtigen“ Energieträger zu nutzen, um Strom und Wärme zu gewinnen. Es geht ganz entscheidend auch um die Einsparung von Energie – z. B. durch eine effizientere Nutzung der Primärenergien, eine bessere Wärmedämmung der Bausubstanz oder kürzere bzw. wegfallende Transportwege.


Schon in der Begrüßung zur IfR-Jahrestagung „Alternative Energieversorgung in der kommunalen Praxis“, die am 20. Juni 2008 in Dortmund stattfand, stellte der Vorsitzende des IfR, Dr.-Ing. Stephan Wilforth, das Thema der Tagung in einen Zusammenhang mit langfristigen Aktivitäten des Vereins: Der Informationskreis für Raumplanung wird sich zukünftig verstärkt dafür einsetzen, das Wissen um die Potenziale und um die Dringlichkeit eines Ausbaus der regenerativen Energien und entsprechender Versorgungsstrukturen in der planerischen Fachwelt zu verbreitern.


Die Tagung war zunächst einer übergeordneten Perspektive gewidmet: der Verbindung zwischen Klimawandel, Energieversorgung und Raumplanung. Der erste Referent, PD Dr. Stefan Greiving, Leiter des Bereichs Forschung am Institut für Raumplanung der Fakultät Raumplanung an der TU Dortmund, stellte mit seinen Ausführungen zum Thema „Planerischer Umgang mit dem Klimawandel“ gewissermaßen den gedanklichen „Überbau“ für alle Überlegungen dar, die sich für die Raumplanung ergeben, wenn es darum geht, Energiebedarf und -versorgung regional langfristig sicherzustellen. Zu fragen ist z. B.:

– Welche Klimaveränderungen wirken sich wie auf die Raumnutzung in Deutschland aus? Hitzeextreme und regionale Wasserknappheit, Hochwasser- und Sturmrisiken haben Folgen auch für die Energieversorgung (Kühlwasser, Leitungsnetze, ansteigende Verbrauchsspitzen bei Energie und Wasser); Standort, Anordnung und Wärmedämmung von Gebäuden wirken sich auf deren Energiebedarf für Kühlung und Heizung aus.

– Wie sehen Anpassungsstrategien (adaption) aus?

– Welche Möglichkeiten zur Vermeidung klimaschädlicher Emissionen (mitigation) und damit zur Verlangsamung des Klimawandels bestehen?


Mit Blick auf die wachsende Ungewissheit über den Fortbestand nicht nur ökologischer, sondern auch sozioökonomischer Rahmenbedingungen ist für alle raumrelevanten Planungen eine größere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit (resilience) erforderlich. Insgesamt geht Greiving zwar davon aus, dass die Möglichkeiten der Planung im Wesentlichen im Bereich von Anpassungsmaßnahmen liegen, weil viele Folgen des Klimawandels sich räumlich auswirken. Er sieht aber auch raumplanerische Maßnahmen zum Klimaschutz, insbesondere solche zur Förderung des Einsatzes regenerativer Energien. Zu bedenken gibt er, dass dabei die Bauleitplanung und die Fachplanungen zentrale Akteure seien, dass deren Arbeit aber in zunehmendem Maße durch die Raumordnung koordiniert werden müsse – z. B. zwischen Bauleitplanung und Wasserwirtschaft. Greiving sieht mehrere Probleme für planerisches Handeln, insbesondere fehlende Kompatibilität von Institutionen, mangelhafte Interaktion zwischen verschiedenen Planungsebenen sowie unterschiedliche Maßstäblichkeit auf verschiedenen Planungsebenen.


Für das derzeit in der Novellierung befindliche Raumordnungsgesetz des Bundes (ROG) schlägt er folgenden Passus vor: „Die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Folgen des Klimawandels ist zu erhalten und zu steigern.“ Weil zu den Dimensionen neuer Umweltrisiken keine Erfahrungswerte vorliegen, lassen sich Risiken nicht quantifizieren und z. B. Hochwasserschutzzonen nicht mehr aufgrund von Erfahrungswerten festsetzen, sondern die Abgrenzung muss über einen Konsens gefunden und dann allgemein akzeptiert werden. Das Räumen aller potenziell durch Hochwasser gefährdeter Flächen über Entschädigungen ist allerdings nicht finanzierbar; es kann allenfalls im Einzelfall in Abwägung mit der Wahrscheinlichkeit dafür erfolgen, dass ein Wiederaufbau nach Zerstörung ohnehin finanziert werden müsste.


Damit der Wechsel zum Einsatz erneuerbarer Energien auf kommunaler Ebene beschleunigt erfolgt, regte Greiving abschließend eine Änderung des Baugesetzbuches an: Im Zusammenhang mit der kommunalen Förderung regenerativer Energien als Maßnahme zum Klimaschutz (nach §1 BauGB) sollte zusätzlich eine kommunale Begründungspflicht dafür ins Gesetz aufgenommen werden, warum eine solche Förderung nicht möglich ist.

aus:
RaumPlanung Nr. 140/2008, S. 236-240
Ganzer Artikel


Zuletzt aktualisiert: Freitag, den 17.Mai 2013, 17:49:14 Uhr