RaumPlanung 91 – August 2000
Schwerpunkt: Die schrumpfenden Städte
Christine Weiske, Jürgen Schmitt
Metamorphosen der Stadt: Cities on the Move
Thesen zur Diskussion um das städtische Wachstum
Obwohl in vielen Städten die Bevölkerungszahl sinkt, immer mehr Wohnungen leer stehen und die nachfrage nach Flächen zurückgeht, wird an der Gleichsetzung von Entwicklung und Wachstum festgehalten. Das ingenieurtechnische Ideal einer Stadtentwicklung nach dem Leitbild "Größer - Höher - Weiter" ist im Allgemeinverständnis von Stadt fest verankert. Plädiert wird im Gegensatz dazu für einen Paradigmenwechsel hin zu Modellen der Stadtentwicklung, die unabhängig von der Idee quantitativen Wachstums sind.
Engelbert Lütke Daldrup
Die "Neue Gründerzeit"
Veränderte Rahmenbedingungen erfordern neue Strategien in der Stadtentwicklung
Die Stadt Leipzig hat seit der Wende 100.000 Einwohner verloren, ca. 60.000 Wohnungen stehen leer. Viele Baulücken werden auf konventionellem Weg nicht mehr gefüllt werden können, durch Verfall und Abriss werden neue Brachen entstehen. Leipzig sieht diese Entwicklung nicht als Niedergang, sondern mit Chancen verbunden: für mehr Freiräume, ein verbessertes Wohnumfeld und neue Wohn- und Eigentumsformen. Die Strategie der "Neuen Gründerzeit" soll dazu beitragen.
Bernd Hunger
Strukturschwache Regionen der neuen Länder
Die schwierige Situation der Kommunen und Wohnungsunternehmen
Die soziale und wirtschaftliche Lage in den strukturschwachen Regionen der neuen Länder ist dramatisch. Die Investitionsbereitschaft geht zurück und die Zahl der Arbeitslosen verbleibt auf hohem Niveau. Die abwanderungsbedingten Wohnungsleerstände bedrohen viele Wohnungsunternehmen in ihrer Existenz. Auch den Kommunen fehlen tragfähige Perspektiven. Erforderlich ist ein Sonderprogramm, das die strukturschwachen Regionen bei der Überwindung der Krise unterstützt.
Rolf Schwanitz
Wohnen statt Leerstand
Der wohnungswirtschaftliche Strukturwandel bringt die Revitalisierung der ostdeutschen Stadt
Bei der Angleichung der Lebensbedingungen in Ost und West ist das Wohnen ein wichtiges Politikfeld. Komplexe Aufgaben sind zu lösen und erhebliche strukturelle Anpassungprozesse zu bewältigen. Der Beitrag stellt dar, wie die Leerstandproblematik aus Sicht der Bundesregierung überwunden werden kann. Eine wichtige Rolle werden dabei die Empfehlungen den Expertenkommission "Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel" spielen.
Rolf Kuhn
Perspektive: IBA
Nachhaltiger Umbau der Lausitz durch die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land
Zwischen 1990 und 1998 gingen im Lausitzer Braunkohlenbergbau 90.000 Arbeitsplätze verloren. Städte wie Guben, Hoyerswerda und Cottbus sind besonders stark vom Bevölkerungsrückgang betroffen, die Landschaft ist durch Tagebau geschunden. Die IBA Fürst-Pückler-Land will durch einen nachhaltigen Umbau der Landschaft eine unverwechselbare und touristisch interessante Region gestalten, die den Bewohnern eine Zukunft nach der Kohle bietet.
Lutz Meltzer, Petra Potz
URBAN 21: Nachhaltigkeit, Good Governance - und was noch?
Ein Bericht von der UN-Konferenz in Berlin zur Zukunft der Städte im 21. Jahrhundert
Nachhaltigkeit ist seit dem Rio-Gipfel von 1992 in aller Munde. Mit dem Weltbericht zu URBAN 21 und der abschließenden "Berliner Erklärung" wurde ein neuer Begriff eingeführt, um die unaufhaltsamen Urbanisierungsprozesse in zukunftsfähige Bahnen zu lenken: "Good Governance". Fachleute aus aller Welt erörterten die Probleme auf dem Weg dahin. Mit einer stärkeren Einbindung der Teilnehmer/innen in den Diskussionsprozess hätte diese Chance zu internationaler Verständigung über die "Stadt von morgen" besser genutzt werden können.
Ausgezeichnet: Planung im Netz
Interview mit dem Preisträger des IfR-Internet-Wettbewerbs 2000
Eine ansprechende Präsentation, eine umfassende Planübersicht und vertretbarer Aufwand bei der Erstellung und Wartung der Webseiten - das waren die zentralen Argumente der Jury dem planungsamt der Stadt Düsseldorf den IfR-Internetpreis zuzuerkennen. In einem Interview geben der Planungsamtsleiter und der für das Internet zuständige Mitarbeiter Auskunft, wie sich das Internet-Angebot entwickelt und auf die Arbeitsabläufe im Planungsamt ausgewirkt hat.
Achim Hahn, Michael Steinbusch
Biographisch-räumliche Wanderung und das "gute" Leben
Das räumliche Verhalten der Menschen beeinflusst wesentlich das gegenwärtige Siedlungsbild und orientiert sich am Wunsch nach einem "guten" Leben. Dieser Zusammenhang sollte auch in die methodische und methodologische Auseinandersetzung mit der "Zwischenstadt" einbezogen werden: Welche Lebensführungskonzeptionen prägen das Leben in der Zwischenstadt?


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